Denksehnsucht ist eine neue Kategorie für alle interessanten Dinge im Leben.

Wir starten mit dem Thema Schlaf

 

Einige unterhaltsame Erkenntnisse hat die Wissenschaft hervorgebracht! Wusstest du beispielsweise, dass ein Säugling die ersten Tage seines Lebens 50 % seiner Schlafenszeit träumt und ein Erwachsener nur 25 %, Vögel beim Fliegen schlafen können, wir mit dem was wir essen unseren Schlaf beeinflussen können, und dass Schlaf unsere Gedächtnisleistung, Schönheit und Gesundheit positiv beeinflusst? Vielleicht ist das Grundwissen für den informierten Schläfer, doch wem ist bewusst, dass sich Geschlechterrollen in der Nacht umkehren und dass Kinder aus wohlhabenden Familien mehr schlafen?

 

Der Geschlechter-Effekt
Männer schlafen anders, Frauen auch


Ein Ehemann darf nie zuerst einschlafen und zuletzt aufwachen.
Honoré de Balzac
Im Märchen Dornröschen sind die Rollen klar verteilt, sie schläft und er ist der Held. Nicht erst seit Dornröschen ist der Mann der klassische Beschützer, doch nun könnte diese Auszeichnung kippen. Zumindest in der Nacht, dann kehren sich die klassischen Geschlechterrollen um. Denn Nachts nimmt die Frau die Rolle der Beschützerin für den Mann und den Rest der Familie ein. Frauen haben einen leichteren Schlaf als Männer. Das heisst, bei Geräuschen und Störungen wacht sie leichter auf als er, er verlässt sich auf sie, und kann besser schlafen, wenn sie da ist. Ein evolutionärer Erklärungsversuch besagt, dass die Frau die Kinder beschützt und daher auf die Geräusche reagiert.

Neben anderen Studien zeigte die Schweizerische Gesundheitsbefragung aus dem Jahre 2012, dass Schlafstörungen bei den befragten Frauen mit 28% häufiger sind als bei den befragten Männern mit  20%. Dazu passt, dass von den Frauen 10% angaben, häufiger Schlaf- oder Beruhigungsmedikamente einzunehmen, als die Männer mit 6%.

Eine weitere Ursache für Einschlafstörungen ist das Restless Leg Syndrom (RLS), welches häufiger bei Frauen auftritt. Diese neurologische Erkrankung einhergehend mit Bewegungsdrang vor allem in den Beinen, tritt vorwiegend gegen Abend, beim ruhigen Sitzen oder im Bett liegend auf. RLS nimmt mit jeder Schwangerschaft zu. Im achten und neunten Schwangerschaftsmonat leidet fast jede dritte Frau darunter, kurz nach der Geburt sind die Beschwerden jedoch bereits rückläufig.

Forscher der University of Michigan sammelten mittels der App Entrain Informationen zum weltweiten Schlafverhalten. Demnach schlafen Männer im Schnitt 30 Minuten weniger als Frauen. Der englische Professor Jim Horne geht von 20 Minuten mehr Schlafbedürfnis bei Frauen als bei Männern aus. Wer jetzt denkt, die alten Faulpelze, habe ich es doch immer schon gewusst, wird mit einer charmanten Erklärung des Wissenschaftlers eines besseren belehrt. Er geht davon aus, das der Grund für das erhöhte Schlafbedürfnis ist, dass die Gehirne der Frauen anders vernetzt und komplexer sind als bei Männern und somit auch das Regenerationsbedürfnis grösser ist.

Ein weiterer Unterschied zwischen Mann und Frau sind die Träume. Männer reden weniger über ihre Träume und erinnern sich seltener. Das heisst nicht zwangsläufig, dass sie weniger träumen. Ein Grund dafür, dass Frauen sich an die Träume häufiger erinnern, könnten ihre Schlafstörungen sein. Im Kindes- und Jugendalter bestehen diese Erinnerungsunterschiede an Träume zwischen den Geschlechtern noch nicht.

Diese Erkenntnisse zusammengefasst, kann man sagen, dass Frauen länger, aber mit höherer Störanfälligkeit nächtigen, sich dafür aber an ihre Träume erinnern können. Männer hingegen schlafen kürzer, haben weniger Schlafstörungen und können sich weniger an ihre Träume erinnern. Manchmal träumen Männer tatsächlich weniger als Frauen. Denn — Überraschung — Männer schnarchen häufiger als Frauen. Und wer schnarcht, kann nicht träumen.
 

 und hier noch 3 TED Talks zum Thema Schlaf: